1813 Ca. 80.000 Mann der französischen Truppen unter dem Befehl des Königs Murat von Neapel (Schwager von Napoleon) nehmen in und um Sayda Quartier. König Murat selbst nahm Aufenthalt im Hause des Herrn Hutmachermeisters Moritz Strauß. Zwei Jahre nach dem hiesigen Aufenthalt wurde König Murat am 13. Oktober 1815 im Schlosse zu Pizzo erschossen. Die Schuldenlast für die Stadt beträgt etwa 7.000 Reichstaler.
1823 Die Postexpedition wird errichtet.
1834 Sayda zählt 1154 Einwohner.
1838 Der Friedhof an der Kirche wird stillgelegt und 1867 in Anlagen umgebaut.
1841 Im Sommer wird mit dem Bau des "1. Tractes" Sayda - Neuhausen begonnen, die Fertigstellung erfolgte noch im gleichen Jahr.
31. August 1842 Der letzte große Stadtbrand vernichtet 145 Häuser und 52 Scheunen. Nur 38 Häuser und 26 Scheunen werden vom Feuer nicht erfasst. 289 Familien mit 1.100 Personen werden obdachlos. Alle öffentlichen Gebäude werden vom Feuer vernichtet. Die Kirche wird sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Vom Altar bleibt nur ein Tisch aus Stein übrig.
In den Jahren 1843/1844 erfolgt der Wiederaufbau der Stadt unter neuen Baurichtlinie. So erhalten die Reihenhäuser Brandmauern, die Dächer werden mit Schiefer gedeckt. Zum Wiederaufbau werden u. a. auch Steine der verfallenen Burg und Mauer verwendet. Da die Stadt auch kein Rathaus mehr besitzt, finden die Sitzungen des Stadtrates im Schlosswirtschaftsgebäude statt.
1844 Die neu gegossenen Kirchenglocken werden am Karfreitag geweiht. Grundsteinlegung für den neuen Turm der Kirche. Die Freiberger, nach Brüx führende Chaussee, wird in gerader Linie und großer Breite durch die Stadt gebaut. Gründung des Männergesangsvereins. Die Stadt Sayda ist in den Jahren 1843/1844 wieder fast vollständig nach der neuen Bauverordnung aufgebaut worden. Außerdem erfolgte die Einweihung der Schule.
1845 In Sayda gab es 34 Handwerksberufe
1847 Die neugegossenen Kirchenglocken werden auf den neuerrichteten Kirchturm gezogen.
23. Februar 1848 Das Stadtverordneten Kollegium tagt erstmals über die Gründung einer Sparkasse in Sayda.
1849 An den Straßenkämpfen während des Mai-Aufstandes in Dresden nahmen als Revolutionäre der Bürgermeister und Advokat Oswald Golz, der Zinngießergeselle Karl Heinrich Lohse und der Stuhlmacher Karl August Müller teil.
1. März 1849 Das "Wochenblatt Saida und Umgebung" erscheint als Erstausgabe. Herausgeber ist B. Stetter. Der Druck erfolgte in der Buchdruckerei Gerlach in Freiberg. 1867 beginnt die Saydaer Druckerei von Carl Lindner mit dem regelmäßigen Druck der Zeitschrift "Wochenblatt für Sayda und Umgebung". 1879 erscheint das Blatt dann täglich unter dem Titel "Saydaer Anzeiger". Ab 1. Juli 1884 ist Max Förster der Herausgeber. Er verkauft die Druckerei 1896 an seinen Redakteur Richard Lischke.
24./ 25. Oktober 1851 Das fünfquadratisch angeordnete Stadtgut "Schönheide" des Karl Louis Rechenberger (jetzt Forsthaus) brennt kurz nach Mitternacht vollständig ab.
25. Oktober 1851 Das königlich-sächsische Amtsgericht wird eingeweiht. Damit endet die 500jährige obere Gerichtsbarkeit der Herrschaft von Schönberg.
2. August 1852 Die Sparkasse Sayda wird eröffnet. Die Schalteröffnung ist 1 Uhr bei Herrn Carl Ferdinand Teichmann, Hauptstrasse Nr. 77.
27. Oktober 1852 Sayda wird Wohnsitz des Bezirksarztes.
1853 Der erste Adventsmarkt wird aufgehoben.
Gründung einer Stellmacherei durch Wagnermeister August Dankegott Müller. Der kleine Betrieb wird ständig erweitert. 1864 kommt die Produktion von Rodel- und Spazierschlitten dazu, 1878 erfolgt die Fertigung von Gespann- und Kutschenwagen. 1893/94 beginnt man mt der Produktion von Skiern und 1896/97 mit der Herstellung von Postwagen zur Paketbeförderung. Der Betrieb gehört bis zur Wende zu einem der Hauptarbeitgeber im Ort.
1856 Einweihung der neu gebauten Orgel des Friedebacher Orgelbaumeisters Jeheber. Jeheber selbst erlebt die Weihe nicht mehr, da er 1855 verstarb. Die Fertigstellung der Orgel erfolgte durch die Orgelbaufirma Jehmlich aus Dresden.
1862 252 Händler besuchen den Saydaer Jahrmarkt, davon 54 Schuhmacher.
20. April 1863 Im Gasthof "Schwarzes Roß" wird der Turnverein gegründet. Mitte des 19. Jahrhunderts werden in Sayda wie auch in anderen Orten zahlreiche Vereine gegründet, deshalb spricht man in dieser Zeit von einer regelrechten Vereinsmeierei.
1865 Im Gasthof " Zum Bad " wird das Aktienbad mit zwei Badezellen mit zwei Badewannen und zwei Badebassins eröffnet.
1867 Laut Fahrplan ("Saydaer Fahrplan 1867") verkehren folgende Posten: täglich zweimal Botenpost von und nach Deutscheinsiedel (3 bis 3 ½ Stunden), Personen- und Packpost zweimal nach und von Freiberg (3 ½ bis 4 Stunden), ebenso zweimal nach und von Olbernhau (1 ½ Stunde), einmal nach und von Frauenstein (3 Stunden). Die alte Poststrasse führte über die Kreuztanne.
1868 Der zweite Adventsmarkt wird aufgehoben, nachdem bereit 1853 die Aufhebung des 1. Adventsmarktes erfolgte.
1870/ 1871 Deutsch-Französischer Krieg - vier Saydaer haben den Krieg mit ihrem Leben bezahlt.
1871 Die Stadt zählt 1616 Einwohner.
1872 Ein Kriegerdenkmal wird für die gefallenen Saydaer errichtet. (jetziger Standort ist der Platz der Opfer des Faschismus).
1872 Sayda bekommt ein Eichamt. Im Eröffnungsjahr werden 19.228 Maße geeicht.
24. Mai 1873 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Sayda.
15.Oktober 1874 Einrichtung der amtshauptmannschaftlichen Delegation Sayda
1875 Errichtung eines Standesamtes in Sayda
8. Juni 1876 11.30 Uhr werden 24 Scheunen am Kirchsteig nach Friedebach in Asche gelegt. Zur Rettung des Gasthofes "Schwarzes Ross" wird eine Scheune abgerissen.
1. Juli 1876 Errichtung einer Telegraphenbetriebsstelle Sayda
1876 Eröffnung der Volksbibliothek, sie zählt 150 Bände.
1877 ein "Personen-Omnibus" fährt von Sayda nach Mulda - Personenfahrpreis 80 Pfennige. In Friedebach wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
1879 In Sayda findet eine Gewerbe- und Landwirtschaftsausstellung statt. Staatsminister und Regierungsbeame nehmen daran teil.
1883 Der Naschmarkt wird zum 400. Geburtstag von Dr. Martin Luther in "Lutherplatz" umbenannt. Die Lutherlinde wird zu diesem Ereignis gepflanzt.
1885 beginnt Ernst Reuter im kleinen Rahmen mit der Herstellung von Küchengeräten.
1886 erfolgt der Baubeginn der "Neuen Schule", auch Fortbildungsschule genannt. Diese wird am 10. Oktober 1887 eingeweiht.