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Der Stadtverein in Sogliano

08. 12. 2021

Anfang November traf bei uns die Einladung zum Käsemarkt in Sogliano al Rubicone ein. Für uns war zum Zeitpunkt nicht klar ob wir auf Grund der Coronasituation dieser Einladung Folge leisten können. 

Immer wieder wurden Nachrichten gehört und Richtlinien gelesen. Im Resultat beschloss der Vorstand doch mit einer Delegation nach Sogliano zu reisen, zumal auch unsere Freunde aus Mezibori nach Italien kommen wollten. Die Einreisepapiere mit viel Aufwand ausgefüllt, Impfausweise und Nachweise eingepackt und mit etwas Unruhe am 18.11. 2021 früh um 5.00 abgereist. An den Grenzen wurden wir nicht kontrolliert, es wurden aber Vorkehrungen dafür getroffen.

Italien empfing uns mit nebligen Wetter. In Sogliano wurden wir sehr freundlich vom Verein für die Städtepartnerschaft empfangen. Nach dem Ausladen des mitgebrachten Verkaufsmaterials wurden wir im Rathaus vom neu gewählten Stadtrat und der neuen Bürgermeisterin Tania Bocchini empfangen. Nach der Vorstellungen der anwesenden Personen wurden Grußworte und Erwartungen über die zukünftige Arbeit und Ziele der Städtepartnerschaft ausgetauscht. Dabei wurden sowohl von tschechische Seite als auch von den Italienern ausdrücklich die Partnerschaft mit unserem Sayda befürwortetet.

Im Anschluss an den Empfang wurden wir zur neu gebauten Schule gebeten um der Pflanzung von Bäumchen in der Nähe der Schule beizuwohnen. Diese Aktion wurde im Rahmen der Europäischen Union zur Unterstützung des Klimaschutzes durchgeführt. Unsere Delegation hat dort ebenfalls ein Bäumchen gepflanzt und auf den Namen“ Sayda“  getauft. Der Tag endete mit einem opulenten Abendessen auf Einladung des Komitees der Städtepartnerschaft.

Am Samstag wurden wir schon früh(6 Uhr) geweckt, denn ein Busreise ins ca. 150 km entfernte Ancona und die Besichtigung des vielleicht bekanntesten Wallfahrtsortes Italiens Loreto nach Rom sowie eine Betriebsbesichtigung eines Kabelwerkes für Glasfaserkabel bei Ancona stand an. Zwei grundverschiedene Führungen durch die Objekte fanden ein aufmerksames Publikum. Die mittelalterliche Kuppelkirche mit ihren festungsartigen Gebäuden soll nach dem Petersdom in Rom der zweitgrößte Kuppelbau Italiens sein. Der Gebäudekomplex dient auch heute noch als eine der Sommerresidenzen des Papstes. Im Inneren der Kathedrale befinden sich für fast alle größeren Länder Europas Kapellen, darunter auch eine deutsche. Diese Kapellen werden von Pilgern der jeweiligen Länder als Wallfahrtsort genutzt.

Nach der Besichtigung erreichten wir nach kurzer Fahrt das Werk für Glasfaserkabel bei Ancona. Nach Kontrolle der Impfbescheinigung und Fiebermessung durch den bewaffneten Werkschutz wurden wir vom italienischen Außendienst für Deutschland durch die verschiedenen Abteilungen des Werkes geführt, dabei blieben trotz der Bedeutung des Betriebes keine Fragen offen. Der Betrieb arbeitet im 3 -Schichtbetrieb und kann die große Nachfrage nach seinen Erzeugnissen nicht voll erfüllen. Ein Großteil der Kabel werden nach Deutschland exportiert. Der Direktor des Werkes lud uns anschließend in ein Fischrestaurant nach Ancona ein. So ein Fischmenü hat keiner von uns vorher gesehen. Einfach fantastisch.

Der Abend klang mit einem gemütlichen Beisammensein der Delegationen aus. Der vierte Tag war der Tag des Käsemarktes. Unser Stand am Eingang des Marktes war stets gut umlagert, so dass unsere   mitgebrachten Waren – Bier, Stollen, Bratwurst – schon am Nachmittag zur Neige gingen und wir selbst unsere Einkäufe tätigen konnten.

Da unsere tschechischen Freunde selbst auf dem Markt nicht präsent waren fuhren sie zur Besichtigung einer Bergfestung in das Städtchen San Leo. Eine gewaltige Kathedrale aus dem 12.Jahrhundert und eine Basilika aus dem 9.Jahrhundert konnten hier besichtigt werden. Da an dem Sonntag hier gerade das Erntedankfest gefeiert wurde kam eine große Prozession per Traktor zur Kirche. Über hundert verschiedene moderne Traktoren, angeführt von einer alten Lanz Bulldoc fuhren mit lautem Hupen vor. Die Hersteller der Traktoren – Porsche, Lamborghini,Mercedes,Fiat und Ferrari – kannte man sonst nur von der Formel 1. Jedenfalls war das Aufsehen nicht nur bei Treckerfans groß. Das Örtchen wird aber überstrahlt von einer gewaltigen Burganlage, die man über geschätzte 500 Stufen erreichen kann. Sie dient als kulturhistorisches und Waffenmuseum. Nach einem Rundgang durch die Burganlage fuhren wir durch die Serpentinen der Apenninen wieder Richtung Sogliano.

Der Abend klang mit einem gemeinsamen Abendessen aller Delegationen aus. Dabei wurde nochmal auf die Bedeutung der Städtepartnerschaften besonders für unsere Jugend hingewiesen. 

Wir möchten uns nochmals für die freundliche Aufnahme und für das tolle Programm dieser Tage bei unseren italienischen Freunden recht herzlich danken. Eine Einladung für das kommende Jahr haben wir bereits ausgesprochen. Für die Teilnahme an unserer traditionelle Wanderung Sayda- Mezibori  (falls sie zur Durchführung kommt ) haben die Italiener bereits großes Interesse gezeigt.

Abschließend möchten wir noch bemerken, dass die italienische Öffentlichkeit wesentlich disziplinierter zu den Coronamaßnamen steht, als in Deutschland. Sie sagen „ Ein Bergamo hat uns mit hunderten Toten gereicht“. In jedem Geschäft wird kontrolliert, jedes Restaurant, jede Bar wird ohne Aufregung überprüft. Jeder trägt seine ordentliche Maske. Alles ist geöffnet, so geht’s auch.

G.Krönert
i.A. Des Vorstandes

 

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Der Stadtverein in Sogliano (08. 12. 2021)