Reformationsfest oder Halloween

Sayda

Für das Amtsblatt Oktober 2026 erhielten wir von der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Kreuztanne bei Sayda das aussagekräftige Bild (hier klicken zum Herunterladen) und folgenden Text:

 

„It’s Halloween again!“ – Kürbisse, Hexen, Vampire und Gespenster gehören für viele inzwischen ganz selbstverständlich zum 31. Oktober. Aber Moment mal: Der 31. Oktober ist doch Reformationstag! An diesem Tag erinnern wir uns daran, dass Martin Luther vor über 500 Jahren die Kirche herausforderte: Können wir einfach alles hinnehmen, was immer schon so gemacht wurde? Oder dürfen und müssen wir selbst fragen, was wirklich trägt? Halloween hingegen ist ein in Deutschland vor wenigen Jahren aus dem angloamerikanischen Raum importiertes und stark kommerzialisiertes „Fest“, das dem heidnischen Keltentum entstammt. Kostüme, Dekoration, Süßigkeiten und Gruselangebote werden jedes Jahr größer. Der ursprüngliche religiöse Hintergrund ist dabei längst verschwunden. Übrig bleibt vor allem ein Geschäft mit der Lust am Gruseln und Verkleiden. Natürlich darf dieser Feiertag Freude machen. Aber vielleicht lohnt sich gerade am 31. Oktober die Frage: Was wollen wir eigentlich feiern? Reformation bedeutet: nicht alles einfach übernehmen. Nachdenken. Hinterfragen. Freiheit gewinnen. Und vor allem: Gott und seine Gnade stehen im Mittelpunkt – nicht Angst, Konsum oder der nächste Trend. Vielleicht sollten wir deshalb den 31. Oktober nicht einfach Halloween überlassen. Ein bisschen Reformation täte uns schließlich auch heute noch gut und vielleicht sieht man ja auch den einen oder anderen an diesem Tag, Reformvorschläge annageln ... 

Jan Gernegroß

 

Hintergrund: Am 31. Oktober 1517 schlug der Mönch und Theologieprofessor Doktor Martin Luther seine 95 Thesen zu Buße und Ablass an die Kirchentür zu Wittenberg. Darin kritisierte er die Lehre, sich durch Geldzahlung und gute Werke die Erlösung von der Sünde verdienen zu können, da diese bereits durch das Opfer Jesu Christi am Kreuz geschehen ist und man dies im Glauben annehmen darf. Die guten Werke sind dann die Folge der geschehenen Erlösung. Er leitete damit die Reformation der Kirche ein. Dass er sich dadurch mit mächtigen Leuten anlegte und die Macht des Papstes sowie der Römisch Katholischen Kirche schwächte, war ursprünglich gar nicht seine Absicht, sondern ergab sich von ganz allein. Außerdem fand eine grundlegende Reformierung des Schulwesens sowie die Einführung des deutschen Liedes im Gottesdienst statt. Dass Luther später die Bibel in die deutsche Sprache übersetzte, hatte neben der Tatsache, dass nun auch immer mehr einfache Menschen die frohe Botschaft von Jesus Christus lesen konnten, grundlegende Auswirkung auf die deutsche Sprache.

Zusammenfassend für die reformatorische Lehre sind die vier "Soli" (Allein) zu nennen:

soli scriptura (allein die Schrift) - sola fide (allein durch den Glauben) - sola gratia (allein aus Gnade) - solus Christus (allein Christus)

Es ging Luther darum, die Menschen zu der Freiheit zu führen, zu der Christus berufen hat.

Das wohl prägendste Lied der Reformation ist das Lutherlied: "Ein feste Burg ist unser Gott." (zum Anhören hier klicken)

 

Einen schönen Feiertag wünscht

Mirko Schubert vom Bürger- und Tourismusbüro Sayda

 

 

Bild zur Meldung: Reformationsfest oder Halloween