Stadt Sayda

staatlich anerkannter Erholungsort

13. Jahrhundert

  • die ersten Siedler gab es sicherlich Ende des 12. Jahrhunderts mit dem Beginn der Erschließung des Erzgebirges
  • 1207 Erste urkundliche Erwähnung der Stadt Sayda (Seydowe)
  • 1209 Daniel, Bischof von Prag bestätigt Kloster Ossegg den Zoll- und Gerichtszehnten
  • 1213 Borso von der Riesenburg erbaut das Schloss Purschenstein
  • 1253 Heinrich der Erlauchte erwirbt das Gebiet Sayda und Purschenstein
  • 1289 König Wenzel II bekommt Sayda angeboten, der Kauf kommt aber nicht zustande

14. Jahrhundert

  • 1300 Der Vikar von Sayda wird dem Meißner Bischof unterworfen
  • 1307 Unter Markgraf Friedrich dem Freidigen kommt Sayda endgültig zur Markgrafschaft Meißen
  • 19. 07. 1324 Markgraf Freidrich belehnt Sayda mit Burg Purschenstein an Brüder Bergowe
  • 1352 Der Bergbau um Sayda beginnt
  • 19. 04. 1389 Sayda ist Zollstätte und Festung
  • 1391 Die jetztige Kirche wird erbaut und erhält den Namen " Zu unserer lieben Frauen"

15. Jahrhundert

  • 1414 In der Stadt besteht eine Bäckerinnung
  • 31. 03. 1435 Zur Zeit der Hussitenkriege brennt Sayda zum ersten Male ab
  • 1442 Der vermutlich erste abschriftlich noch erhaltene Stadtbrief wird ausgestellt
  • 1443 Bestätigung der Bäckerinnung durch die Familie Schönberg
  • 15. 08. 1463 Bernhard von Schönberg verleiht dem Ort erneut das Stadtrecht
  • 1468 regelmässige Jahrmärkte finden statt, die sich zu kleinen Handelsmessen entwickeln
  • 1476 Die Schönbergs stiften Sayda das Hospital zu St. Johannis
  • 1480 Innungsbrief der Schneider, zahlreiche weitere Innungen sind in dieser Zeit entstanden
  • 1486 Sayda zählt 136 besessene Mann
  • entgegen der Legende der Existenz einer jüdischen Siedlung in Sayda, gibt es keine archäologischen Hinweise, auch in den Archiven gibt es dazu keine Hinweise, lediglich jüdische Handelsreisende besuchten auf ihren Routen den Ort

16. Jahrhundert

  • 1500 Die Kantorei und die Kurrende werden gegründet.
  • 1502 Nach einem Brand wird die Kirche als dreischiffige Halle mit Netzgewölbe und schlanken Pfeilern wiedererrichtet.
  • 1508 Caspar II. von Schönberg lässt das Johannishospital erbauen. Man soll "5 arme Menschen im Hospital ewiglich mit Essen und Trinken und mit ziemlicher Notdurft versorgen".
  • 1539 Einführung der Reformation in Sayda.
  • 1539 Erste Nachrichten über den Bergbau in Sayda Mortelgrund (Kupfer, Eisen und Silber), der nie eine große Bedeutung bekam.
  • 1550 - 1555 Durch die Stadt führt ein 6 Ellen tiefer Hohlweg, (alte Salzstraße) den Caspar von Schönberg auffüllen und pflastern ließ.
  • 1558 Kurfürst August bestätigt den von Schönberg'schen Stadtbrief für Sayda.
  • 1559 Der Bader Fabian Bräuer erhält das Stadtrecht und betreibt nunmehr eine Baderei.
  • 1560 Nachweis der Innung der Schmiede und Schlosser (Innungssiegel noch im Heimatmuseum vorhanden).
  • 1581 Anordnung Caspar von Schönberg, die Zinsen des Gestiftes "Horarum und der ewigen Messe" für Stipendien zu verwenden.
  • 1584 Urkundliche Erwähnung der ersten Orgel in der Kirche.
  • 1598/1599 Die Stadt und das Kirchspiel wird von einer schweren Pest heimgesucht. 950 Menschen sind ihr zum Opfer gefallen.
  • Oktober 1599 Abends 6 Uhr bricht im Siechenhaus des Totengräbers ein Feuer aus. Vernichtet werden 200 Häuser, Schule, Rathaus, Kirche und aller Vorrat.

17. Jahrhundert

  • 1603 Caspar von Schönberg lässt das Rathaus aus eigenen Mitteln neu errichten. Es wird nicht aus Holz, sondern aus Stein gebaut.
  • 1632/1633 Die Pest fordert erneut 238 Todesopfer.
  • 07. 10. 1634 Völlige Verwüstung des Ortes mit Kirche, Rathaus und Schloß während des Dreißigjährigen Krieges durch einen kaiserlichen Offizier. Die völlig zerstörte Burg wurde danach abgerissen.
  • 1646 Vier schwedische Regimenter plündern 14 Tage lang in Sayda und den umliegenden Orten.
  • 1648 In der Stadt leben nur noch etwa 100 Einwohner.
  • 1652 Nach dem Dreißigjährigen Krieg zählt man im Ort 76 bewohnte Häuser,14 abgebrannte Häuser, darunter das Rathaus, 85 wüste Häuser oder Baustätten und 60 wüste Äcker.
  • 1657 Im Gasthof (jetziger "Goldener Löwe") bricht Feuer aus und vernichtet 13 Häuser und 10 Scheunen.
  • 1681 Einem Blitzschlag fallen 17 Scheunen zum Opfer.
  • 1690 Pfarrer Georg Abraham Wolff lässt die Friedhofskapelle erweitern.

18. Jahrhundert

  • 10. 02. / 11. 02. 1702 Dem großen Stadtbrand fallen 44 Bürgerhäuser und 14 Scheunen zum Opfer, darunter die Kirche mit Turm und 4 Glocken sowie das Rathaus. Anschließend erfolgt der Wiederaufbau der Kirche und der Anbau des Turmes.
  • 1705 Sayda erhält die volle Bergfreiheit. Die amtlichen Schreiben und Urkunden beginnen nunmehr : "Wir Bürgermeister und Rat der freien Bergstadt Sayda in Meißen".
  • 1722 Ein Brand vernichtet 4 Wohnhäuser und 15 Scheunen mit allen Vorräten.
  • 1729 Eine allgemeine Brandkasse wird gegründet.
  • 1743 Ein Großfeuer vernichtet 26 Bürgerhäuser und 19 gefüllte Scheunen. Vernichtet wird auch das Torgebäude des Böhmischen Tores. Die neugegründete allgemeine Brandkasse übernimmt den sechsten Teil der geschätzten Schadenssumme.
  • 1750 Die Stadtapotheke erhält ihr "Privilegii".
  • 1764 In der Stadt leben 54 besessene Mann (11 Hufen) und 99 Häusler.
  • 1776 Grundlegende Renovierung der Friedhofskapelle.
  • 1777 In der Stadt werden 5 Jahrmärkte abgehalten:Fastnachtmarkt, Frühjahrsmarkt, Bartholomäi-Jahrmarkt im August und 2 Adventsmärkte.
  • 1780 Der zweite Gasthof, das "Schwarze Roß" wird gebaut. Der Freiberger Berghauptmann Adam Rudolph von Schönberg (ansässig auf Schloß Purschenstein) errichtet an der uralten "böhmischen Straße" (Leipzig - Oederan - Sayda - Prag) das "Kleine Vorwerk" (heute Sächs. Landgasthof am Mühlholzweg).
  • 1784 Adam Rudolph von Schönberg lässt das "Hospital zu St. Johannis" umbauen und vergrößern. 10 arme Menschen können nunmehr hier wohnen.

19. Jahrhundert

  • 1813 Ca. 80.000 Mann der französischen Truppen unter dem Befehl des Königs Murat von Neapel (Schwager von Napoleon) nehmen in und um Sayda Quartier. König Murat selbst nahm Aufenthalt im Hause des Herrn Hutmachermeisters Moritz Strauß. 2 Jahre nach dem hiesigen Aufenthalt wurde König Murat am 13. Oktober 1815 im Schlosse zu Pizzo erschossen. Die Schuldenlast für die Stadt beträgt etwa 7.000 Reichstaler.
  • 1823 Die Postexpedition wird errichtet.
  • 1834 Sayda zählt 1154 Einwohner.
  • 1838 Der Friedhof an der Kirche wird stillgelegt und 1867 in Anlagen umgebaut.
  • 1841 Im Sommer wird mit dem Bau "1. Tractes" Sayda - Neuhausen begonnen, die Fertigstellung erfolgte noch im gleichen Jahr.
  • 31. 08. 1842 Der letzte große Stadtbrand vernichtet 145 Häuser und 52 Scheunen. Nur 38 Häuser und 26 Scheunen werden vom Feuer nicht erfasst. 289 Familien mit 1100 Personen werden obdachlos. Alle öffentlichen Gebäude werden vom Feuer vernichtet. Die Kirche wird sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Vom Altar bleibt nur ein Tisch aus Stein übrig.
  • 1843 Im Oktober beginnt der Wiederaufbau der Kirche "Zu unseren lieben Frauen". Die alte Schule wird errichtet.
  • 1844 Die neu gegossenen Kirchenglocken werden am Karfreitag geweiht. Grundsteinlegung für den neuen Turm der Kirche. Die Freiberger, nach Brüx führende Chaussee, wird in gerader Linie und großer Breite durch die Stadt gebaut. Gründung des Männergesangsvereins. Die Stadt Sayda ist in den Jahren 1843/1844 wieder fast vollständig nach der neuen Bauverordnung aufgebaut worden.
  • 1847 Die neugegossenen Kirchenglocken werden auf den neuerrichteten Kirchturm gezogen.
  • 1849 Am 01.03. wird das erste Wochenblatt für Sayda bei E. Stettner in Freiberg gedruckt. An den Straßenkämpfen während des Mai-Aufstandes in Dresden nahmen als Revolutionäre der Bürgermeister und Advokat Oswald Golz, der Zinngießergeselle Karl Heinrich Lohse und der Stuhlmacher Karl August Müller teil.
  • 24./25. Oktober 1851 Das fünfquadratisch angeordnete Stadtgut "Schönheide" des Karl Louis Rechenberger (jetzt Forsthaus) brennt kurz nach Mitternacht vollständig ab.
  • 25. Oktober 1851 Das königlich-sächsische Amtsgericht wird eingeweiht. Damit endet die 500jährige obere Gerichtsbarkeit der Herrschaft von Schönberg.
  • 02. 08. 1852 Die Sparkasse Sayda wird eröffnet. Die Schalteröffnung ist 1 Uhr bei Herrn Carl Ferdinand Teichmann, Hauptstrasse Nr. 77.
  • 27. 10. 1852 Sayda wird Wohnsitz des Bezirksarztes.
  • 1853 Gründung der Fahrzeug- und Sportgerätefabrik Arthur Müller. Der erste Adventsmarkt wird aufgehoben.
  • 1856 Einweihung der neu gebauten Orgel des Orgel-Baumeisters Jeheber, Friedebach. Jeheber ist 1855 gestorben und erlebte die Weihe nicht mehr.
  • 20. 04. 1863 Im Gasthof "Schwarzes Roß" wird der Turnverein gegründet.
  • 1865 Im Gasthof " Zum Bad " wird das Aktienbad mit zwei Badezellen mit zwei Badewannen und zwei Badebassins eröffnet.
  • 01. 02. 1867 Die Druckerei Förster aus Sayda druckt die erste Nummer des "Wochenblattes für Sayda und Umgebung".
  • 1867 Laut Fahrplan ("Saydaer Fahrplan 1867") verkehren folgende Posten: täglich zweimal Botenpost von und nach Deutscheinsiedel (3 bis 3½ Stunden), Personen- und Packpost zweimal nach und von Freiberg (3½ bis 4 Stunden), ebenso zweimal nach und von Olbernhau (1½ Stunde), einmal nach und von Frauenstein (3 Stunden). Die alte Poststrasse führte über die Kreuztanne.
  • 1870/1871 Deutsch-Französischer Krieg - vier Saydaer haben den Krieg mit ihrem Leben bezahlt.
  • 1871 Die Stadt zählt 1616 Einwohner.
  • 1872 Ein Kriegerdenkmal wird für die Gefallenen Saydaer errichtet. (jetziger Standort ist der Platz der Opfer des Faschismus).
  • 1872 Sayda bekommt ein Eichamt. Im Eröffnungsjahr werden 19.228 Maße geeicht.
  • 24. 05. 1873 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Sayda.
  • 10. 10. 1887 Die "Neue Schule", die spätere Berufsschule auf der Pfarrgasse, wird eingeweiht.
  • 1892 Die grundlegende Erneuerung der Kirche erfolgt in der Zeit vom 23. Mai bis 06. November. Die Kirche erhält einen Altar, eine neue Kanzel und neues Gestühl. Die Einweihung erfolgt am 06. November durch Superintendent Hässelbarth aus Freiberg.
  • 08. 10. 1894 Einweihung des Wasserturmes mit Wasserwerk und Hochdruckwasserleitungen.
  • 30. 06. / 01. 07. 1897 Nach einer Rekordbauzeit von nur 18 Monaten erfolgt die feierliche Eröffnung der Kleinbahnstrecke Mulda - Sayda.
  • 01. 12. 1898 Einweihung des Elektrizitätswerks, dadurch wurde die gesamte Stadt mit Strom versorgt.

20. Jahrhundert

  • 1900 Sayda erhält eine neue Verschleusung, die noch heute in Betrieb ist.
  • 20. 02. 1902 Durch Selbstentzündung in der Malzdarre brennen große Teile der Glöckner'schen Brauerei ab. Sie wird anschließend moderner wieder aufgebaut.
  • 1908 Einrichtung einer Freibankstelle.
  • 1910 Die Stadt zählt 1311 Einwohner.
  • 1911 Der Sportplatz wird errichtet. Am 01.10.1911 fanden die ersten Wettkämpfe statt, an denen 600 Turner und Sportler teilnahmen.
  • 1914 Durch Verlegung von Fernsprechkabel erhält Sayda ein Telefonanschluss im damaligen Postgebäude.
  • 2. Juli 1914 Einige Minuten vor sechs Uhr bricht ein Feuer im Grundstück Plan Nr. 17 bei Clemens Krönert aus. 10 Häuser (sie hatten den Stadtbrand 1842 überstanden) versinken in kurzer Zeit in Schutt und Asche. Ein weiteres Haus wurde abgerissen, um ein Überspringen des Feuers auf das Amtsgericht zu verhindern. 10 Familien und 16 alleinstehende Personen wurden obdachlos. Vermutliche Ursache war Brandstiftung.
  • 1922 Die beiden Schulbezirke Sayda und Friedebach, Ullersdorf/Pilsdorf schließen sich zu einem Schulverband zusammen zum Zwecke der gemeinschaftlichen Einrichtung und Unterhaltung einer Mädchenfortbildungsschule. Der Sitz wird Sayda.
  • 1925 Der zur Gemeinde Heidersdorf gehörende Ortsteil Mortelgrund wird zu Sayda eingemeindet.
  • 22. 01. 1928 Einweihung der "Jahnschanze" am Dämmrichbusch. Rosel Dietel, Sayda, springt als erste Frau mit.
  • 30. 07. 1928 Einweihung des Saydaer Schwimmbades. Es wird von einer Wasserquelle gespeist. Nach mehrmaligen Umbau sowie Modernisierung ist es heute leider nicht mehr in Betrieb.
  • 1929 Bau und Einweihung eines neuen Postgebäudes.
  • 1932 Einweihung des Saydaer Marktbrunnens vor dem Rathaus.
  • 1940 - 1945 133 Ostarbeiter und Kriegsgefangene werden in Sayda in der Landwirtschaft und in den Betrieben eingesetzt.
  • 1941 Erstmals wird in Sayda ein Kindergarten im HJ-Heim (Feuerwehrdepot) eingerichtet.
  • 1943 Der Feuerwehrdienst für Frauen wird eingeführt.
  • 1945 Kriegsende Einwohnerzahl: 1908, davon 575 Flüchtlinge
  • 07. 05. 1945 Die russischen Truppen rücken gegen 19 Uhr über die alte Voigtsdorfer Strasse kommend ein. Die im April 1945 errichteten 2 Panzersperren waren kein Hindernis für die russischen Truppen, ebenso die Sprengung der Brücke in der Teichstadt über die Biela.Traurige Bilanz für Sayda: 99 gefallene und vermisste Soldaten, 4 Tote beim Bombenangriff in Dresden, 6 Saydaer kehrten nicht aus den Internierungslagern zurück, 41 Tote durch die Kriegswirren im Monat Mai.
  • 21. 06. 1945 Aufnahme des Schulbetriebes nach dem Krieg.
  • 10. 09. 1945 Die Verordnung der Landesverwaltung Sachsen über die Bodenreform wird erlassen. Die Besitzungen der von Schönberg von Purschenstein und Pfaffroda werden an landlose Bauern und Arbeiter verteilt. Die Besitzer dieser Schlösser werden unmenschlich behandelt oder vertrieben. Beide Schlösser werden geplündert und ausgeraubt.
  • 1946 Die ersten Wahlen zu den Gemeindeparlamenten werden abgehalten. Die Stimmenverteilung in Sayda hatte folgendes Aussehen: Bürgermeister Dr. Neubauer CDU, stellv. Bürgermeister Oskar Müller SED, Stadträte Max Reuter CDU, Paul Kaden parteilos, Albin Rupprecht SED, Oskar Rudolph SED.
  • 1950 Eröffnung des staatlichen Landambulatoriums Sayda. Ullersdorf und Pilsdorf werden nach Sayda eingemeindet.
  • 1951 Schliessung des Amtsgreichtes in Sayda.
  • 1954 Im ehemaligen Amtsgerichtsgebäude wird ein Feierabendheim eingerichtet.
  • 1956 Der "Erzgebirgische Hof" früher "Hotel zum Bad" wird durch den Rat der Stadt erworben und völlig neu umgebaut. Zur 1957 stattfindenden 750-Jahrfeier stand die Gaststätte wieder zur Verfügung.
  • Juni 1957 Die 750-Jahrfeier der Stadt Sayda wird vorbereitet und durchgeführt. Ungefähr 15 - 20.000 Besucher kamen nach Sayda. Im "Erzgebirgischen Hof " werden Empfänge und Veranstaltungen durchgeführt. Zu Gast in Sayda war der Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht . Viele prominente Gäste aus Politik und Wirtschaft waren anwesend. Größter Anziehungspunkt war der historische Festzug über mehrere Stunden.
  • 1957 Sayda wird anerkannter Kurort. Der FDGB-Feriendienst bezieht Sayda mit ein.
  • 1958 Die erste "Landwirtschaftliche Produktionsgesellschaft" (LPG) entsteht.
  • März 1965 Ein schwerer Schneesturm tobt über dem Erzgebirge und damit auch über Sayda. Auf der F 171 ist ein großes Chaos. Busse und Züge können zeitweilig nicht fahren oder bleiben im Schnee stecken.
  • 1966 Die Saydaer Schmalspurbahn wird eingestellt. 70 Jahre lang war sie in Betrieb. Omnibusse und LKW's haben dann Personen und Güter befördert. Die Stadt Sayda verkauft den "Erzgeb. Hof" an die Press- und Schmiedewerke Roßwein. Dieser Betrieb baut die Einrichtung in ein Schulungs- und Ferienheim um.
  • März 1970 Einer der Schneereichsten Winter in Sayda. Vom 03. - 07. muss Katastrophenalarm ausgelöst werden. Tagelang ruht jeglicher Verkehr. Betriebe und Schulen schließen für einige Tage.
  • 1972 Verstaatlichung der Betriebe teils unter Zwang (Ski- und Wagenfabrik Müller, Kofferfabrik Matthes, Möbelfabrik Günther, Baufirma Bilz).
  • 1973 bis 1976 Bau der Erdgastrasse vom Ural bis nach Deutschland (DDR). Diese Trasse führt durch Saydaer Gebiet. Sayda wird in dieser Zeit Umschlagplatz für die Mannesmann-Rohre. Anschließend wird die Verdichterstation gebaut.
  • 1974 Kindergarten zieht in das umgebaute ehemalige Bahnhofsgebäude.
  • 1977 Sayda erhält eine neue Schule mit Turnhalle im Neubaugebiet "Am Wasserturm". Die alte Schule in der Schulgasse wird stillgelegt. Sie wird später als Handelseinrichtung genutzt. Mit dem Bau der ersten viergeschossigen Häuser im Neubaugebiet "Am Wasserturm" wird begonnen. Die Kinderkrippeneinrichtung entsteht ebenfalls in diesem Gebiet. An diesem Standort werden bis 1990 insgesamt 164 Wohnungen gebaut. Diesen Aufschwung bringt die entstandene Gas-Verdichterstation mit sich.
  • 04. 07. 1978 Die neugebaute Erdgas-Verdichterstation erlebte 19.25 Uhr eine gewaltige Explosion unter Zerstörung der Messwarte. Etwa eine halbe Stunde später erfolgt eine erneute Explosion mit einer riesigen Stichflamme. Die 900 mm starke Gasleitung, unter Druck stehend, war davon betroffen. Fensterscheiben in Sayda und Friedebach gingen teilweise zu Bruch. Die Verrieglung der Hauptleitung konnte erst sehr spät vorgenommen werden. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, weitere wurden z.T. schwer verletzt. Die Schäden an der Verdichterstation waren gewaltig. Eine Explosionsursache ist niemals bekannt gegeben worden. Am Beerdigungstag der beiden umgekommenen Arbeiter musste der Handel Südfrüchte verkaufen, damit die Bevölkerung abgelenkt wurde. Dutzende Kripo- und Staatssicherheitsbeamte patrouillierten durch die Stadt. Mehrere Bürger haben aus Angst die Stadt nach der Explosion fluchtartig verlassen. Der Saydaer Feuerwehrmann Gunter Krönert hat für die Rettung eines verschütteten Arbeiters unter Einsatz seines Lebens die Rettungsmedaille erhalten.
  • 1982 Der Gasthof "Schwarzes Roß" wird abgerissen. Eine Kläranlage für die Stadt wird in den Fleckenwiesen in Richtung Ullersdorf gebaut. Große Teile der Stadt werden nach und nach in den nächsten Jahren angeschlossen. Sayda begeht die 775 Jahr-Feier.
  • 1983 Die Antennengemeinschaft wird gegründet mit den Ziel, das sogenannte "Westfernsehen" zu empfangen. In Betrieb genommen wird die Anlage im Dezember 1985 mit verhältnismäßig guter Qualität.
  • 1990 Auf einer der ersten Sitzungen des neuen Stadtrates erfolgt die Strassen- und Platzumbenennung. Das Schulungs- und Erholungsheim "Hermann Matern" Roßwein (der Erzgebirgische Hof) wird an die Treuhand übergeben.
  • 1990 Wiederbelebung vieler Vereine (Gewerbeverein, EZV).
  •  1992 Sayda wird an das Erdgasnetz angeschlossen. Viele Saydaer Hausbesitzer nutzen diese einmalige Gelegenheit.
  • 1993 Die Bundesstrasse 171 durch Sayda wird grundhaft erneuert.Der Erzgebirgszweigverein eröffnet das alte Hospital als Heimatmuseeum
  • 1994 Friedebach wird in die Stadt Sayda eingemeindet.
  • Juni 1995 Unterzeichnung der ersten Städtepartnerschaft mit der tschechischen Stadt Mezibori (Schönbach). Sayda erhält eine digitale Vermittlungsstelle der Telekom. 1.400 Rufnummern stehen zur Verfügung. Jeder Antragsteller bekommt nun sein Telefon.
  • Juni 1995 Auszug der Grundschule aus dem Schulgebäude am Wasserturm in das neu rekonstruierte Schulgebäude in der Schulgasse.
  • 1995/1996 Der Saydaer Wasserturm, er ist schon über 100 Jahre alt, wird total überholt und geht anschließend wieder in Betrieb. Damit wurde ein historisches Bauwerk, noch aus dem 19. Jahrhundert, für die Nachwelt erhalten.
  • Januar 1997 Die Abt. Ski im SSV 1863 kann zwei Jubiläen begehen: der 75. Höhenstaffellauf und der 40. Peter-Barthel-Gedenklauf finden statt.
  • 30. 08. 1998 Übergabe des neu gebauten Feuerwehrgerätehauses und des Polizeipostens im grundhaft erneuerten Gebäude der ehemaligen "Neuen Schule" auf der Pfarrgasse.
  • 1998 Alle Kriegerdenkmale in Sayda und den Stadtteilen Friedebach und Ullersdorf werden restauriert unter der Leitung des Erzgeb. Heimatmuseums. Bei dieser Gelegenheit wurde eine neue Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewalt in den Jahren 1938 - 1955 in den Bahnhofsanlagen errichtet. Diese Gedenkstätte sollte an der Kirche errichtet werden, der Kirchenvorstand konnte allerdings aus seiner Sicht keine Genehmigung erteilen.
  • 08. 10. 1999 Unterzeichnung einer weiteren Städtepartnerschaft zwischen Sayda und der italienischen Gemeinde Sogliano.
  • 1999/2000 Ein Postverteilerzentrum wird im Postgebäude eingerichtet. Bau und Einweihung eines neuen Pflegeheimes "Am Mortelgrund".

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